Id:

22

Inventarnummer:

20.

Logenname:

Zur Harmonie i.O. Chemnitz

Großloge:

Große Landesloge von Sachsen bis 1933 - seit 1990 AF u. AM v.D.

Datum:

zwischen 1924 und 1930 - nach Einschätzung des Archivars der "Harmonie" vom 23.09.2020

Brudername:

Br. Gropengiesser gew. v. Br. Seifert

Form:

Steindelfußkanone

Farbe:

klar

Höhe:

14

cm

Gewicht:

533

g

Besonderheit:

Lyra mit dem Wort Harmonie

-  Br.Gropengiesser gew. v. Br. Seifert

- Die Loge Harmonie i.O. Chemnitz hat die Nr. 191 wurde 1799 gegründet

- und gehörte bis 1935 zur Großen Landesloge von Sachsen

- heute zur AFuAM v.D.

Wissenswertes:

Quelle: Homepage der Loge

Logengründung :

Am 16. März 1754 versammelten sich die in Berlin lebenden Freimaurer Louis Gustine, Arnold Alexander Imbert, Benoit Taillandier, Johannes Juncker, Frederic,

Alexandre Fromery und Jean Jacques Corneille Deleuze um eine neue Johannisloge zu gründen.

Sie gaben ihr den Namen „De La Concorde“.

In den folgenden Monaten traten weitere Mitglieder der Loge „Aux trois globes“ (später: Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“) hinzu.

Unter ihnen Charles Étienne Jordan, einer der Gründer der Loge „Aux trois globes“.

Ferner Pierre Dieu und Christian Konrad Hundertmarck.[1] Am 25.03.1799 gründeten 7 Brr. Meister in Hohenstein eine Loge und gaben Ihr den Namen

„ZUR HARMONIE“, in Anlehnung an erstrebte Harmonie der geistigen Kräfte von Weisheit, Stärke und Schönheit.

Am 11.05.1799 erfolgte die Lichteinbringung anlässlich einer Tempelarbeit im Gasthaus „Falke“ in Lungwitz.

Das Patent erteilte die Großloge ‚Royal York Zur Freundschaft‘.

Erster Meister vom Stuhl wurde der Kaufmann Johann Gottfried Landgraff aus Hohenstein.

Obwohl die Behörde Einspruch gegen die Gründung dieser „Geheimgesellschaft“ erhob und ihre Auflösung verlangte, unterblieben weitere Repressalien, da der Landesherr

– Fürst Otto Carl von Schönburg-Waldenburg ebenfalls Freimaurer war.

Die Brr. spendeten 2000 Taler, um das so genannte „Rote Vorwerk“ in Hohenstein zu erwerben. Nach dem Umbau fand am 23.02.1807 die erste Tempelarbeit statt.

Als sich 1811 die Obersächsische Großloge in die Landesloge von Sachsen mit Sitz in Dresden umwandelte, trat die Loge ZUR HARMONIE ihr bei.

Die Brr. gründeten in Hartenstein eine Klöppelschule für Bedürftige und einen Fortbildungsverein für Arbeiter in Hohenstein.

Da die Mehrzahl der Brr. der Loge“ZUR HARMONIE“ in Chemnitz wohnten, wurde der Sitz nach dort in „Peter’s Badeanstalt“ verlegt.

Aus dem Verkaufserlös des Logenhauses in Hohenstein wurde vor dem ehemaligen Chemnitzer Tor (jetzt: Annaberger Straße) ein Gartengrundstück erworben.

Am 16.04.1844 legte man den Grundstein für ein neues Logenhaus. In einer verkitteten Glasbüchse mit Blechhülle waren aufbewahrt:

1Bijou, 1 Abdruck des Logensiegels, 1 Mitgliederverzeichnis und historische Nachrichten.

Der Grundstein liegt „…an östlicher Seite des Gebäudes im Pfeiler rechts vom Eingang des Gartens…“

Aufgrund des Mitgliederzuwachses wurden 1849 ein angrenzendes Grundstück in der Annastraße und 1863 ein weiteres Nachbargrundstück erworben.

Zum 75. Stiftungsfest zählte die Loge 250 Mitglieder.

Am Ende des Jahrhunderts bestanden folgende von der Loge gegründete karitative Einrichtungen:

• die Armenkasse • die Witwen- und Waisenkasse • die Kretzschmar-Stiftung • die Naumann-Stiftung • die Eger-Stiftung • die Pickenhahn-Stiftung

• die Erler-Stiftung • die Ziesche-Stiftung • die Hartmann-Stiftung • die Ancke-Stiftung 1904/05 wurde das neue Logenhaus gebaut.

Im Krieg 1914/18 nutzte man diese Räume als Lazarett.

1933 zählte die Loge ZUR HARMONIE 450 Mitglieder.

Am 28.04.1933 wurde die Loge zwangsweise geschlossen, das Vermögen konfisziert.

Die Nazis richteten hier 1937 ein Museum für ihre Hetzpropaganda ein. Es wurde das Sächsische Logenmuseum genannt und am12.06.1936 durch den

NSDAP-Kreisleiter eingeweiht:„…Damit hat Chemnitz eine ständige Ausstellung erhalten, die in ihrer Art einzig in Deutschland und der Welt dasteht …

Möge die sehenswerte Ausstellung allen Volksgenossen zur Aufklärung dienen über die undeutschen Sitten und Gebräuche der ehemaligen Freimaurer

in Deutschland und eine Mahnung sein für alle Zukunft.“

Das Logenhaus fiel dem Bombenangriff auf Chemnitz am 06. März 1945 zum Opfer.

Nach 1950 erbaute die DDR auf dem Trümmergrundstück die Ernst-Thälmann-Oberschule.